Trauernden Zeit schenken

Leben beinhaltet, sich immer wieder auf den Weg zu machen.  Dabei sind Abschiede unvermeidlich, sei es etwa von lieben Menschen und Tieren, von Lebensformen und Beziehungen. So gesehen, sind Trauer und Trauern wichtige, wiederkehrende Vorgänge menschlichen Lebens.

Meist tut es gut, in der Trauer nicht allein zu sein, jemanden bei sich zu wissen, der einen versteht, die mitfühlt, der mitgeht.

Das sind oft Verwandte und Freunde. Mitunter aber ist es hilfreich, sich einem anderen, fremden Menschen anzuvertrauen und dabei auf jemanden zu stoßen, der ahnt oder die weiß, wovon man spricht, warum man weint oder sprachlos bleibt. Für diese wichtige Aufgabe sucht das Trauerzentrum Menschen, die interessiert und fähig sind, sich als ehrenamtliche Trauerbegleiterinnen und -begleiter ausbilden zu lassen.

Ziele der Ausbildung

Grundziel der Ausbildung ist es, die Teilnehmenden darin zu schulen,  Menschen in deren individueller Form der Trauer zu begleiten, ihnen Halt zu geben und einen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem sie in ihrer Trauer ernstgenommen werden und sich austauschen können. Dafür ist das Erlernen bestimmter Haltungen und Einstellungen wichtig. Denn in der Trauerbegleitung geht es um Annehmen und Aushalten, ums Zuhören, um annehmendes Da-Sein und unterstützendes Mit-Sein. Das verlangt von den Begleitenden zu allererst Echtheit und eine wertschätzende Haltung gegenüber Trauernden, zudem die Bereitschaft, Leid nicht „wegmachen“ zu wollen, sondern auszuhalten.

Inhalte der Ausbildung

  • Trauertheorien und Trauerkonzepte
  • Familiensysteme und deren Veränderungen nach Todesfällen
  • Trauerformen in verschiedenen Lebensaltern
  • praktisches Üben des Begleitens
  • Ressourcen erkennen und nutzen
  • Methoden und Handwerkskoffer
  • Rituale und Symbole der Trauer
  • Spiritualität

Die Ausbildung wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V. angeboten.

Einsatzmöglichkeiten

  • Einzelgespräche mit Trauernden
  • Mitarbeit als qualifizierte Ansprechpartnerinnen und -partner im Trauercafé
  • Entwicklung und Gestaltung von offenen Angeboten
    wie z. B. Wandergruppe, Kochkurs, Malkreis und Pflege des Paradiesgartens
  • Präsenzdienst im Trauerzentrum und im Kolumbarium

Voraussetzungen

  • Bereitschaft und Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Sensibilität und Offenheit, mit der Trauer Anderer umzugehen
  • Bereitschaft, sich auf den Lernprozess in einer Gruppe einzulassen
  • Teamfähigkeit
  • regelmäßige Teilnahme an Supervision (viermal im Jahr) und Fortbildungen
  • zwei Jahre verbindliche Mitarbeit im Trauerzentrum (danach Erstattung des Selbstkostenbeitrages)
  • Nähe zum christlichen Bekenntnis
  • Offenheit für katholische Glaubenskultur und liturgische Feiern

Kosten

Erwartet wird eine Selbstbeteiligung in Höhe von 200 €
(Rückerstattung nach zweijähriger Mitarbeit / s. o.)
sowie die Übernahme der jeweiligen Fahrtkosten.

Kontakt

Diakon Stephan Klinkhamels
0 40 / 54 00 14 35
klinkhamels@erzbistum-hamburg.de