Anderen helfen, obwohl man es selbst gerade schwer hat

Foto: Maja Creutzberg
Hier: Reza Jamshidi – portraitiert von Maja Creutzberg

Reza Jamshidi ist als Flüchtling nach Hamburg gekommen. Er bemüht sich um Arbeit, eine eigene Wohnung, will ein ganz normales Leben führen. Nicht leicht, für jemanden, der durch widrige Umstände aus seinem Alltag gerissen wurde. Weg von Freunden, Familie, Zuhause.

Wenn man mit Reza spricht, dann merkt man gar nicht, dass er es schwer hat. Meist redet er über andere, nie stehen seine Probleme im Fokus. Er ist ruhig, besonnen und führt intelligente Unterhaltungen.

Unser kleines Interview findet im Freiwilligen Zentrum statt. Hier habe ich Reza kennengelernt. Er ist regelmäßig hier, schon seit einem Jahr – allerdings nicht, um sich helfen zu lassen.

Er kommt her, um anderen zu helfen.

Für das Projekt New Home Hamburg spricht er andere Geflüchtete an, erzählt von dem Patenschaftsprojekt und begleitet alle paar Wochen eine Gruppe ins Zentrum.

Ein tolles Projekt wurde ins Leben gerufen, aber wie erreicht man die Leute, die man unterstützen möchte? Gar nicht so einfach – da braucht man jemanden wie Reza. Er kennt viele Hamburger Flüchtlingsunterkünfte, ist gut vernetzt und hat überall Kontakte.

Er geht auf andere Flüchtlinge zu, erzählt von New Home Hamburg und begleitet die Interessenten zum ersten Kennlerntreffen. Dort unterhalte auch ich mich mit Reza, frage ihn, wieso er das alles macht. Es ist ja schon eine Menge Aufwand und das schon seit einem Jahr.

Für Reza scheint es gar keine so große Sache zu sein, anderen zu helfen, obwohl er es selbst schwer hat. Er ist sehr froh, hier sein zu können, erzählt er mir. Er möchte unbedingt etwas zurückgeben, denen helfen, die in einer ähnlichen Situation stecken wie er – und bei der Integration helfen.

Allerdings sieht er sich psychisch auch unter hohem Druck, als Geflüchteter in Deutschland: „Merkel hat wegen ihrer Flüchtlingspolitik einige Probleme“. Reza sieht sich da in der Pflicht, zu zeigen, dass es die Mühe wert ist.

Das ist für ihn ganz selbstverständlich. Und wenn er etwas Gutes tut, dann wird auch sein Leben besser werden.