Geflüchtete als Ehrenamtliche in Kirchengemeinden

Merkwürdige Post

Manchmal erhalten wir im Freiwilligen Zentrum Hamburg „merkwürdige“ Post. Meistens ist es eine kurze E-Mail: „Hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich gerne bei Ihnen als Ehrenamtliche arbeiten möchte. Deswegen sende ich Ihnen meinen Lebenslauf“, schreibt zum Beispiel Haedr aus Syrien.

Muhammad aus Pakistan schreibt auf Englisch er schickt seinen Lebenslauf gleich mit. Nachdem sich in den vergangenen Jahren viele Hamburger für Geflüchtete ehrenamtlich engagieren wollten und sich an die Freiwilligenagenturen gewandt haben, kommen jetzt immer mehr Geflüchtete, die sich engagieren wollen. Viele seien dankbar und wollten etwas zurückgeben, andere wollten neben dem Deutschkurs noch etwas tun, die meisten würden aber auf diese Weise gerne Menschen kennen lernen – gemeinsam etwas machen, zusammen anpacken, anderen dabei nützlich sein.

Nicht nur Empfänger, sondern auch Spender sein

Was so einfach klingt, ist für die Freiwilligenagenturen schwierig. „Geringe Deutschkenntnisse sind ein großes Hindernis“, weiß Ursula Barth, ehrenamtliche Beraterin hier im Freiwilligen Zentrum. Immer wieder taucht in den Beratungsgesprächen mit Geflüchteten auch die Frage auf, ob es nicht möglich sei, sich in der Kirche zu engagieren. Vielleicht ist es das Interesse an der anderen Religion?

Vielleicht sind es die Einrichtungen, mit denen die Geflüchteten gute Erfahrungen gemacht haben? Vielleicht steckt auch die Hoffnung dahinter, in der Kirche Menschen zu finden, die Fremden gegenüber offen sind? „Vielleicht hat man nur schlicht noch gar nicht daran gedacht: Flüchtlinge können nicht nur Empfänger, sondern auch Spender von ehrenamtlichem Engagement sein. Aber leider haben die Freiwilligenagenturen meistens kaum Kontakte zu den Gemeinden. Und wissen daher nicht: Ist es auch dort schwierig, sich mit geringen Deutschkenntnissen zu engagieren?

Gemeinden, die sich vorstellen können, mit Freiwilligen zu arbeiten, auch wenn diese noch nicht perfekt Deutsch beherrschen, können sich gerne im Freiwilligen Zentrum melden:

Freiwilligen Zentrum Hamburg
0 40 / 248 77 360, info@fz-hamburg.de